Es kommt sowieso anders, als ich denke – Höre jetzt einen Podcast mit mir

Es kommt sowieso anders, als ich denke – Höre jetzt einen Podcast mit mir

Ich sitze auf einem Campingplatz an der Donau. Frisch geduscht lasse ich die Seife trocknen, esse meine Chipsy Coated Peanuts und den Apfel, den ich schon den ganzen Tag mit mir herumgetragen habe.

Kaum bin ich angekommen, wird mir von einem Ungaren ein Bier in die Hand gedrückt. Er spricht erstaunlich gut Deutsch und erzählt mir, dass seine Vorfahren mütterlicherseits zur Zeit von Maria Theresia (das ist die Wienerin, die Kaiserin war) aus dem Schwarzwald nach Ungarn gekommen seien.

Nach den Türkenkriegen lebten in vielen Gebieten Ungarns nur noch wenige Menschen. Unter Maria Theresia wurden etwa 30’000 Deutsche nach Ungarn umgesiedelt. In den deutschen Gebieten gab es zu viele Menschen – und hier in Ungarn viel Platz. Deshalb leben vor allem in Südungarn bis heute viele Menschen mit deutschen Wurzeln.

Aber auch Menschen mit serbischen, griechischen, türkischen und Roma-Wurzeln (und wahrscheinlich noch weitere ;-)). Es ist ein buntes Gemisch an Ethnien. Und ich habe das Gefühl, dass viele Ungarn stolz darauf sind, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft so gut miteinander zusammenleben können.

Jetzt ist es abends um acht Uhr und noch immer 33 Grad heiss.

Und ich habe eine ganze Nacht Zeit, mir zu ĂĽberlegen, ob ich mit Donna Elena direkt nach Moldawien mitfahre. Sie ist zusammen mit ihrem Mann und ihrem kleinen Hund unterwegs von Neapel nach Moldawien. Nach Hause, wo sie ihren Sohn besucht.

Und so nimmt auch dieser Wandertag bei glĂĽhender Hitze, nur ab und zu direkt an der Donau, einmal mehr eine unglaubliche Wendung.

Denn eigentlich wollte ich heute Joseph Hess begegnen, dem Langstreckenschwimmer, der gerade von Donaueschingen bis ans Schwarze Meer schwimmt.

Aber wenn ich auf dieser Reise eines lerne, dann dies:
Es kommt sowieso anders, als ich denke.

Seit ich die Grenze von Österreich in die Slowakei überschritten habe, fordert sie mich, diese Reise. Jetzt sind nicht mehr alle Tage einfach nur «Judihui».

Ich verstehe die Menschen nicht – ausser sie sprechen etwas Deutsch oder Englisch. Und trotzdem bin ich mittendrin.

Ich erlebe ein Dorffest, obwohl ich nicht genau weiss, was sie hier feiern. Ich darf mit ViktĂłria im Auto mitfahren, obwohl wir uns ĂĽberhaupt nicht verstehen.

Ich schlafe draussen oder in einem Wellnesshotel. Heute auf einem Campingplatz mit Dusche, WLAN und Steckdose.

Ich lade mein Handy mittlerweile mit Vorliebe in einem Tankstellenshop, weil die Kirchen oft geschlossen sind. Und ich frage mich täglich mindestens einmal:

Will ich wirklich bis ans Schwarze Meer laufen?

Und begegne genauso täglich dem Wermut, der mich unvermittelt mit neuem Mut erfüllt.

In Budapest habe ich neue Schuhe gekauft, weil bei meinen bisherigen die Sohlen völlig platt waren und sie mir schon lange nicht mehr wirklich dienten.

Aber bereits am zweiten Tag löst sich die Sohle des einen neuen Schuhs.

Nein, nicht auch das noch, denke ich bei mir.

Doch Noémi, bei der ich in Budapest übernachtet habe, ruft im Schuhgeschäft an. Und das Geschäft schickt tatsächlich einen Kurier zu mir. Er holt die kaputten Schuhe ab und bringt mir neue.

Ja, auch das ist Ungarn.

Ein Land mit unglaublich freundlichen Menschen. Mit Gärten voller Peperoni, Tomaten, Zucchetti, Auberginen und Gurken. Mit Strassen, gesäumt von Götterbäumen, Zwetschgen, Kriecherln und Baumnüssen.

Und mit einer Donau, die unablässig Richtung Schwarzes Meer fliesst.

Vielleicht ist es genau das, was diese Reise gerade mit mir macht: Sie bringt mich immer wieder an Grenzen, wirft meine Pläne über den Haufen und öffnet gleichzeitig Türen, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass es sie gibt.

Über das Unterwegssein, meine Arbeit mit den Pflanzen und die Wege, die sich manchmal erst beim Gehen zeigen, durfte ich auch mit Andreas Fleischlin von der Akademie Gesundheit & Wohlbefinden sprechen. Er hat mich zu einem ausführlichen Podcastgespräch eingeladen.

Ein Gespräch über meinen Weg, über Heilkultur, über die Verbindung zu den Pflanzen – und darüber, was entstehen kann, wenn wir den Mut haben, dem Leben und seinen unerwarteten Wendungen zu folgen.

Hier kannst du direkt reinhören:

Herzlich von der Donau
Beatrice

Begleite Beatrice online auf ihrer Reise

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