Ich bin da – Ankunft am Schwarzen Meer

Ich bin da – Ankunft am Schwarzen Meer

Und plötzlich öffnet sich eine kleine Lücke zwischen den Steinen und den Robinien, welche den Kanal säumen.

Und ich sehe es.

Das Schwarze Meer.

Emotionen durchschiessen meinen Körper. Meine Augen füllen sich mit Tränen.

Ich bin angekommen.

Die LĂĽcke im Damm schliesst sich wieder. Und wir tuckern weiter Richtung Osten.

Links und rechts die Steine. Die Robinien, die sich ganz selbstständig auf diesem künstlichen Kanaldamm ausbreiten.

Sie begleiten mich bis ans letzte Ende der Donau. Bis an den Meter Null.

Immer wieder tauche ich mit dem Finger ins Wasser. Und probiere, ob es schon salzig schmeckt.

Denn mir ist nicht ganz klar: Bin ich hier noch im Fluss oder doch schon im Meer?

Vorbei am alten Leuchtturm und am Neuen.

Riesige Hochseeschiffe tuckern an uns vorbei. Solche, die Gas transportieren. Und solche, die lebende Tiere transportieren.

Und jetzt sehe ich es.

Weit draussen öffnet sich der Kanal.

Captain Nemmo lenkt das kleine Boot mit sehr viel Feingefühl durch die immer grösser werdenden Wellen.

Und dann sind sie weg.

Die Steine. Die Robinien.

Und wir sind draussen auf dem Meer.

Vor uns tanzen die Delfine.

Wow.

Jetzt ist der Moment fĂĽr einen Juiz. Einen richtig lauten.

Ich kann mich nicht sattsehen

Die untergehende Sonne lässt das Wasser glitzern und das Meer schwarz erscheinen.

Immer wieder kreisen Vögel über uns.

In der Bucht treiben riesige Teppiche aus Wassernüssen. Auf den langen Sandbänken tummeln sich tausende Vögel: grosse Möwen, kleine weisse Seeschwalben, Kormorane und Pelikane.

Draussen auf dem Meer warten unzählige ukrainische Schiffe auf das Okay der Grenzwache und ihre Einfahrtserlaubnis.

Seit dem Krieg nutzen sie die kleinen und sicheren Donauhäfen, um ihre Fracht zu löschen.

Auch hier im Delta ist der Wasserstand viel tiefer als üblich. Trotzdem ist die Donau bis zum rumänischen Binnenhafen Galați befahrbar.

Captain Nemmo erzählt uns tausendundeine Geschichte über dieses Delta. Ich verstehe noch nicht gut genug Rumänisch, um ihm wirklich folgen zu können. Aber mit seiner Musikbox und seinem schallenden Lachen inszeniert er eine aussergewöhnliche Donautour.

Und er ist völlig geflasht von meiner Geschichte. Von meinem Weg zu Fuss und per Autostopp. Er erzählt nicht nur im Hafen allen Leuten, wer ich bin, sondern fährt auch ganz nah an die anderen Touristenschiffe heran und ruft hinüber:

«Hey, hört mal! Hier auf meinem Boot ist Beatrice aus der Schweiz!»

Captain Nemmo ist nicht zu bremsen. Ich muss lachen. Und ich fĂĽhle mich wie eine Lucky Queen.

Vier Monate unterwegs. Rund 1500 Kilometer. Und 4000 km im Traktor, auf dem Motorrad, per Schiff, mit dem Bus und immer wieder per Autostopp. Acht der zehn Donauländer: Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien. Und nach Moldawien und der Ukraine habe ich rüber geschaut und gewunken.

So viele Menschen. So viele Geschichten. So viele Pflanzen. So viel Gastfreundschaft. Und auch Momente, in denen ich nicht wusste, wie und wo es weitergeht.

Und so viel Flow.

Die Donau hat auf ihrem langen Weg unzählige kleine und grosse Zuflüsse aufgenommen. Sie hat alles mitgenommen und weitergetragen. Bis hierher. Bis ins Schwarze Meer.

Genauso fĂĽhle ich mich jetzt.

All die Begegnungen, Erfahrungen und Geschichten dieser Reise fliessen in mir zusammen.

Ich bin angekommen.

Und gleichzeitig spĂĽre ich ganz klar:

Das hier ist nicht das Ende.

Es ist der Anfang von etwas Neuem.

Im Mitreiseraum kannst du meinen Weg vom ersten Schritt an miterleben. Ich nehme dich auch auf die Heimreise mit. Und danach packe ich gemeinsam mit dir meinen Rucksack und meine Reiseapotheke aus.

Noch bis zum 5. Oktober 2026 kannst du fĂĽr 26 Franken dazukommen. Danach kostet der Zugang zu meinem grossen Donauabenteuer 126 Franken.

Herzlich,
Beatrice

Zum Mitreiseraum


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